Montag, 21. Dezember 2009

Koffer gepackt

Kinder im Bett, noch die letzten Sachen im Handgepäck verstauen -- Deutschland, wir kommen! Um 3:15 kommt der Shuttle Service, um 6:10 fliegen wir nach Chicago, dann weiter nach Düsseldorf. Bleibt nur zu hoffen, dass Schnee und Eis den Flughafen nicht wieder lahmlegen. In Frankfurt sieht es ja gerade nicht so gut aus. Aber immerhin weisse Weihnachten. Wir freuen uns!

Freitag, 11. Dezember 2009

Widerwärtig

Wenn jemand einen ganzen Becher Kakao im Auto verschüttet und jemand anders dann nur halbherzig ruck-zuck ein bisschen sauber macht, dann wundert man sich nach ein paar Tagen über einen leicht üblen Geruch, der jedoch so dezent ist, dass es doch noch der Duftbaum am Rückspiegel sein könnte. Nach einer Woche allerdings ist der Gestank so eklig, dass man die Fussmatte in die Waschmaschine steckt, alles andere wieder und wieder mit Polsterreiniger bearbeitet, die Fenster zur Belüftung aufläst und kurz davor steht, Voodoo anzuwenden. Und die Moral von der Geschicht? Männer! Immer, IMMER alles gründlich wegwischen, solange das Zeug noch frisch ist.

Donnerstag, 10. Dezember 2009

Huch, schon Dezember?

Beschämt stelle ich fest, dass ich vor über einem Monat zum letzten Mal geschrieben habe. Aber woran das liegt, lässt sich ja an fünf Fingern abzählen: zu viel Arbeit. Die letzte Entlassungswelle hat uns wirklich schwer getroffen. Kommt dazu, dass wir in weniger als zwei Wochen nach Deutschland fliegen und ich bis dahin noch einen ganzen Stapel abarbeiten muss. Hätte ich diesen Urlaub nicht schon im Sommer sondern erst im November angekündigt, wäre er mir nicht genehmigt worden, da bin ich sicher. Also doch Glück im Unglück.

So beschäftig sind wir also, dass dieser Monat nur so an uns vorbeigerauscht ist. Abgesehen davon, dass unser Thanks-Giving Getaway mit Freunden ins Wasser gefallen ist, weil Yair unterwegs krank wurde (und kurz darauf natürlich auch Yonatan), kann ich mich an kaum etwas aufregendes erinnern. Mal sehen, ob ich langsam wieder in Gang komme hier. Heute finde ich nur ein paar Minuten zwischendurch, weil ich zu Hause arbeite und die Verbindung zum Firmennetz so schrecklich langsam ist, dass ich immer wieder Wartezeiten überbrücken muss. Das nervt.

Bei uns in der Bay herrschen zur Zeit wahrlich winterliche Temperaturen. Gestern Morgen musste ich Eis kratzen, und selbst tagsüber liegen die Temperaturen nicht viel über dem Gefrierpunkt.

Chanukka steht vor der Tür. Morgen zünden wir die erste Kerze an, bei Freunden. Samstag steht Yairs nächste Übernachtung bei seinem besten Freund an, auf die er sich schon seit Wochen diebisch freut. Letztes Wochenende mussten wir verschieben, weil beide Kinder gesundheitlich noch leicht angeschlagen waren. Und Weihnachtsgeschenke wollen noch besorgt werden. Ich glaube, ich werde mir am Wochenende ein paar stille Stunden ohne Kinder und Mann gönnen, um in der Bay Street in Ruhe dem Einkauf zu frönen.

Und jetzt muss ich wieder ans Werk. Ich träume schon nächtelang von Kranplänen, Arbeitsschichten und Schiffplanung. Aber bald hat's ein Ende!
Dann also hoffentlich wieder mehr und erfreulicheres.

Nachtrag: Yonatan hat inzwischen schon mindestens elf Zähne. Die ich zählen konnte. Sie lassen sich in dem Alter ja nicht so gerne in den Mund schauen oder gar fassen.

Freitag, 6. November 2009

Vom ganz normalen Wahnsinn

Bei uns ist ja der Informationsfluss irgendwie etwas unterbrochen. Einmal die Woche Bloggen (im Höchstfall) ist nicht gerade ideal. Aber ich krieg's einfach nicht hin. Oftmals habe ich mir ja bei der Arbeit morgens so zehn Minuten gegönnt, um schnell ein paar Zeilen zu schreiben. Aber auch da bin ich Momentan am Rödeln, wie man sich nach den Ereignissen der letzten Woche vorstellen kann. Aber ich rödel gerne, solange ich alles im Griff habe.

Halloween ist vorbei, Thanksgiving rückt näher, und so langsam fängt es um uns herum an zu Weihnachten. Am Wochenende haben auch wir die Zeit umgestellt, so dass es jetzt schon immer stockfinster ist, wenn wir endlich abends zu Hause eintrudeln. Da Yair sich im Kindergarten nie von seinen Freunden losreissen kann, ist es oft schon nach sechs, bis wir endlich loskommen. Wenn ich dann noch Abendessen vorbereiten muss, wird es wirklich allerhöchste Zeit. An solchen Tagen klebt Yonatan dann oft an mir wie eine Klette, so dass die Stunde, die uns zu Hause noch bleibt, oft in Gebrüll untergeht, weil es sich einarmig nicht wirklich gut kochen lässt, er aber nicht abgesetzt werden will. Yair ist auch schon müde, will fernsehen und Süssigkeiten essen. Wenn ich dann Nein sage, ist das Drama perfekt, der eine schreit, er will den Papa, wann denn der Papa endlich, endlich nach Hause kommt, der andere hängt mir am Hals oder zerrt mir am T-Shirt, ich aber muss sehen, dass ich endlich das Essen auf den Tisch bekomme. Wenn der Papa dann endlich, endlich kommt, sitzen wir manchmal schon beim Essen, dass der eine mit Begeisterung verschlingt, irgendwann aber nur noch auf den Boden wirft, und in dem der andere lustlos herumstochert, ganz egal, was es ist... Ein wahrer Eiertanz ist das manchmal.

Ungeachtet der Zeitumstellung wacht Yonatan weiterhin zur gewohnten Zeit auf. 5:20. 5:30. Nachdem er schon seit längerem in der zweiten Hälfte der Nacht seinen Nucki verweigert hat und nur mit Mamas Brust bereit war weiter zu schlafen, habe ich diese Woche ausserdem Nägel mit Köpfen gemacht und beschlossen, dem kleinen Mann beizubringen, dass nachts geschlafen, nicht aber gegessen wird. Auch wenn das beste Restaurant der Welt direkt vor seiner Nase ruht. Mit fast 15 Monaten war es doch irgendwie an der Zeit.

Ich hatte mich auf einige wirklich schreckliche Nächte gefasst gemacht, aber oh Wunder, eine Nacht Theater hat Wunder gewirkt (danke, Dr. Gordon!). Statt Mamis Brust gab es Wasser aus dem Trinkbecher und ganz viel Körperkontakt. Der Nucki wurde voller Wut einige Male durchs Zimmer gepfeffert. Von 1 bis 2 wurde nur gebrüllt, dann erschöpft geschlafen bis um 4, danach dann eigentlich nicht mehr. Dafür tagsüber morgens drei Stunden und nachmittags nochmal zwei, während ich mich im Büro durch den Tag gequält habe. Abends bin ich früh ins Bett, in Vorbereitung auf die nächste Schreckensnacht. Die kam aber nicht. Nur einmal wurde er kurz wach, trank Wasser, begnügte sich etwas widerwillig mit dem Schnuller und schlief dann wieder ein. Durchschlafen ist ja was anderes, aber wenigstens kann ich mich jetzt bedeckt halten nachts. Jetzt müssen wir nur noch die Stunde Zeitumstellung in den Griff kriegen. Die biologische Uhr kann doch recht hartnäckig sein. Ich will noch gar nicht an den jetlag im Dezember denken...

So, und jetzt läute ich das Wochenende ein: Yair wartet.

Mittwoch, 28. Oktober 2009

Arbeitsfrust

Gestern ist meine liebste Kollegin entlassen worden, mit noch einigen anderen im Büro. So nah ist der Kelch noch nie an mir vorüber gegangen. Jetzt ist die Stimmung im Team auf dem Nullpunkt. Seit ich hier Ende Januar 2007 angefangen bin, ist das das dritte Mal, dass es uns technischen Redakteuren an den Kragen geht. Und diesmal hat es echt reingehauen. Ohne L. macht uns das hier so gar keinen richtigen Spass. Sie hat so einen frischen Wind reingebracht mit ihrer grossen Klappe. Morgens haben wir uns zusammen Kaffee geholt und ein bisschen geklönt. Und bei jeder Frage stand sie parat. Noch dazu sind wir praktisch in der gleichen Woche eingestellt worden. Und wenn man jetzt noch bedenkt, dass:

  • Unsere ewige Praktikantin ab Januar nicht mehr hier sein wird
  • Unsere stille Teamgöttin im Januar in Mutterschutz geht
dann weiss man wirklich nicht, wie wir das gleiche Pensum mit soviel weniger Arbeitskraft beibehalten können. Wir sollen uns nicht umbringen, so die Worte meiner Chefin. Klar, davon würde ja keiner profitieren. Aber ob alles schlicht durch neue Prioritäten gelöst werden kann, ist doch sehr fraglich. Heute Nacht habe ich jedenfalls mehrmals und lange wachgelegen, weil ich die neue Situation einfach nicht fassen kann. Ich bin echt deprimiert.

Freitag, 23. Oktober 2009

Kaffee bitte, viel!

Als ich gerade so in meinem Heim-Büro sitze und mir überlege, dass es eigentlich Zeit für eine Kaffeepause ist, klopft USPS mit einer neuen Lieferung Kaffeepads an die Tür. Perfektes timing, denn Kaffee brauche ich heute viel, nachdem mich die kleine Terrorbombe schon seit drei Nächten nicht mehr schlafen lässt, weil Dauerandocken angesagt ist und ich mich langsam stur stelle. Nucki hilft nicht, den verweigert er und schleudert ihn quer durchs Zimmer. Wasser tut gut und trinkt er viel, aber danach, danach möchter er unbedingt trotzdem Mamis Brust, sonst wird gebrüllt wie am Spiess. Wenn ich nicht kriege, was ich will, dann wecke ich eben die ganze Familie, bätsch!

Nun ist es ja so, dass er seine MuMi durchaus noch braucht, weil er ja andere Milch nicht (mehr) trinken will. Morgens und abends ist also OK, das geniessen wir beide. Bisher hat mir auch nachts nichts ausgemacht, aber plötzlich wird das zur Masche. Mal sehen, ob ich ihm das in den nächsten Nächten abgewöhnen kann. Und ich hatte mich so auf ein entspanntes Wochenende gefreut, nachdem die Woche ohne den Papa und mit zwei Abend-Veranstaltungen im Kindergarten und in der zukünftigen Schule doch recht anstrengend war...

Heute jedenfalls trinke ich erstmal Kaffee. Viel!

Montag, 19. Oktober 2009

Spinnenschocker

Fast könnte man meinen, wir existierten nur Samstags und Sonntags... Hier ein paar Highlights vom Wochenende:

  • Ich habe mir eine superteuere und wunderbar erholende Gesichtsbehandlung gegönnt. Das war dringend nötig, nach fast vier Jahren, würde ich sagen.
  • Yair hat beim Fussball wieder ein Tor nach dem anderen geschossen. Langsam versteht er auch, dass die gelben und die blauen Jungs in verschiedene Tore schiessen. Teamdenken ist ja nicht so einfach. Dass man den Ball nicht Mitgliedern der eigenen Mannschaft abnehmen sollte, kommt vielleicht beim nächsten Mal. Hauptsache, es macht Spass.
  • Ein Spinne hat die ganze Familie in Schock versetzt. Dieses Vieh hatte sich genau überm Lenkrad, in der linken oberen Ecke der Windschutzscheibe, ein Netz gebaut, das etwa so gross wie zwei Hände war. Und mittendrin sass sie, um zum Fussball gefahren zu werden. Shai hat sie erst gesehen, als er gerade rückwärts aus der Parklücke fuhr. Und obwohl er KEINE Angst vor Spinnen hat und sich immer über mich lustig macht, ist er rückwärts aus dem fahrenden (!) Auto gesprungen. Ich bin angefangen zu schreien und habe versucht, den Wagen anzuhalten; dann hat er begriffen, was er gemacht hat, ist wieder reingesprungen und hat den Park-Gang eingelegt. Wow. Das war echt Action pur. Mit einem Aufnehmer haben wir die gelbe Gartenspinne dann nach draussen befördert und ihr den Garaus gemacht. Das war nicht nett, aber wer uns so erschreckt, der verdient wirklich nichts besseres. Normalerweise wäre ich ja morgens mit dem Auto zu meinem Termin gefahren, aber aus irgendeinem Grund habe ich unsere Klapperkarre genommen. Das war wohl Intuition. Nicht auszudenken, wenn mir das alleine passiert wäre. Klar, dass ich nachts Alpträume hatte, von gelben Gartenspinnen, die unsere Wohnung zupflastern. Noch beim Schreiben kriege ich eine Gänsehaut... (Das Foto hat Sarah G. as Little Rock, Arkansas, gemacht.)
  • Papa und Kinder haben sich endlich Grippe-Impfungen verpassen lassen. Ich habe mir meine schon letzte Woche bei der Arbeit geholt. Alles klar, keine Folgesymptome.
  • Yonatan hat sich Mund, Hände und Ellbogen aufgeschrappt, als der grosse Bruder ihn verantwortungsbewusst davon abhalten wollte auszubüchsen. Wird schon wieder.
  • Yair hat sein erstes Sleepover ausser Haus hinter sich und war begeistert. Ausserhalb der heimischen vier Wände können Kinder sich ja vorbildlich benehmen, vorausgesetzt, Mama und Papa sind nicht dabei. Nicht mal einen Pipi-Unfall gab es zu berichten. Können wir also bald wieder machen.
  • Ich habe vom Göttergatten die zweite Tennisstunde bekommen. Heute tut mir echt alles weh. Peinlich!
  • Und zu guter letzt hat der Göttergatte sich gestern Abend aus dem Staub gemacht, zur Konferenz nach Las Vegas. Als guter Vater hat er Yair noch in aller Ruhe aus dem kleinen Prinzen vorgelesen, nur um dann die BART zu verpassen, so dass ich ihn mit Schlafanzug-Gestalten zum Flughafen bringen musste. Der Vorteil: beide Kinder sind still und zufrieden auf der Fahrt eingeschlafen. Wir erwarten den Herrn des Hauses Donnerstag zurück. Wahrscheinlich bin ich dann am Ende meiner Kräfte.
  • Heute regnet es wie aus Kübeln. Wo kommt bloss das ganze Wasser her?